Ein Blower-Door-Test kann technisch noch so gut vorbereitet sein. Wenn das Gebäude selbst nicht messbereit ist, wird es schwierig. Bei einer Sporthalle im schönen Baden-Württemberg, unweit der badisch-schwäbischen Grenze, wären wir beinahe genau daran gescheitert.
Das Problem war nicht unser Messgerät. Das Problem war auch nicht die eigentliche Blower-Door-Messung. Es waren die Voraussetzungen vor Ort.
Die Lüftungsanlage war nicht für die Messung vorbereitet. Große Öffnungen der Lüftung mussten deshalb zunächst provisorisch verschlossen werden. Genau das ist auch auf dem Foto zu sehen: Jemand dichtet einen Bereich der großen Lüftungsanlage provisorisch ab, damit darüber während des Blower-Door-Tests keine Luft unkontrolliert nachströmen kann.
Damit war es allerdings noch nicht getan. Verschiedene Durchdringungen mussten ebenfalls abgedichtet werden und einige Türen schlossen nicht zuverlässig.
Die Unterdruckmessung konnten wir schließlich durchführen. Spannend wurde es dann bei der Überdruckmessung. Wir schafften es zunächst nicht, die erforderlichen 50 Pascal Differenzdruck aufzubauen.
Der Grund zeigte sich ziemlich schnell: Durch den Überdruck wurden Türen aufgedrückt, die nicht richtig ins Schloss fielen. Hier musste nachgebessert werden, bevor wir vernünftig weitermessen konnten.
Der Blower-Door-Test ist oft gar nicht das Problem
Genau solche Baustellen zeigen, warum die Vorbereitung einer Blower-Door-Messung so wichtig ist.
Das Messverfahren selbst ist klar definiert. Wir bauen einen Differenzdruck zwischen innen und außen auf und erfassen, welche Luftmenge benötigt wird, um diesen Druck aufrechtzuerhalten.
Schwierig wird es, wenn wir vor der eigentlichen Messung erst einmal dafür sorgen müssen, dass das Gebäude überhaupt messbereit ist.
Eine nicht vorbereitete Lüftungsanlage, offene Durchdringungen oder Türen, die sich bei Überdruck öffnen, beeinflussen nicht nur den Ablauf. Im ungünstigsten Fall lässt sich der notwendige Differenzdruck gar nicht herstellen und eine normgerechte Messreihe kann nicht durchgeführt werden.
Was vor dem Blower-Door-Test vorbereitet sein sollte
Vor dem Messtermin sollte deshalb geklärt sein, welcher Bauzustand gemessen wird und welche Öffnungen entsprechend dem Messverfahren geschlossen beziehungsweise abgedichtet werden müssen.
Fenster und Türen müssen funktionsfähig sein und zuverlässig schließen. Die Lüftungsanlage muss entsprechend vorbereitet sein. Relevante Durchdringungen und Öffnungen sollten fertiggestellt sein und die luftdichte Ebene muss dem vereinbarten Messzeitpunkt entsprechen.
Das klingt nach Kleinigkeiten. Auf der Baustelle entscheiden genau diese Kleinigkeiten aber darüber, ob wir direkt messen können oder zunächst improvisieren müssen.
Gute Vorbereitung entscheidet über den Ablauf
Bei dieser Sporthalle konnten wir die Messung durchführen. Zwischendurch sah es allerdings danach aus, als könnte genau das schwierig werden. Und obwohl wir telefoniert, Checklisten geschickt und am gleichen Tag nachgehakt hatten, kam unser Messdienstleister genau in diese Situation- weil oft bei größeren Baustellen die Absprachen schwierig sind, Urlaub und Krankheit dazwischenkommen und nicht klar ist, dass auch so ein Blower-Door-Test Geld kostet, auch wenn eigentlich keine Messung durchgeführt wurde.
Und die Erkenntnis aus diesem Projekt:
Ein Blower-Door-Test scheitert selten am Blower-Door-Test. Meist scheitert er an Türen, die sich plötzlich selbstständig machen, offenen Lüftungsanlagen und der optimistischen Annahme: Das wird schon passen.
Sie planen eine Blower-Door-Messung für eine Halle oder ein größeres Gebäude? Unsere Checkliste zeigt, was Bauleitung, Energieberatung und Gewerke vor dem Messtermin klären sollten.
Kontakt: hallo@bionic3.de · ☎︎ 07272 927385
- Offene oder unvollständig ausgeführte Bereiche können das Messergebnis erheblich beeinflussen.
- Vor dem Blower-Door-Test mussten Öffnungen der Lüftungsanlage provisorisch abgedichtet werden.


